Hubertus Bern

Bericht über die Schweissprüfung Berner Mittelland BEJV
Am 6. August 2017 fand die Schweissprüfung Mittelland bereits zum 2-mal im Raum Laupen statt. Wir trafen uns vom Verein wie auch schon wie im letzten Jahr um 06.30 Uhr bei der Grastrocknerei Laupen. Unsere neue Hundeobfrau brachte Kaffee und Gipfeli mit, alte Traditionen sollen schliesslich weiterleben! Dabei konnten wir uns stärken und die Nervosität, bei den einen weniger gross als bei anderen, abklingen lassen. Als wir komplett und gestärkt waren, fuhren wir kurz weiter zum offiziellen Treffpunkt in Laupen. Dort mussten wir hinter der uns zugeteilten Gruppe (Auto mit Nummer) aufkollonieren. Beim anschliessenden Apell wurden wir nochmals kurz über den Ablauf der Schweissprüfung orientiert.

Zusammen mit den Richtern und den Revierführern wurde anschliessend ins Prüfungsgebiet verschoben, meine Gruppe führte es in den Spilwald im Heggidorn. Dort mussten die beiden 500m Fährten noch ausgelost werden. Da ich dieses Jahr die 1000m Fährte laufen durfte, kam ich sowieso als Letzter dran. Schon die ganze Woche verfolgte ich per App das Wetter wie es am Prüfungstag und am Abend davor sein wird. Die Bedingungen waren vom Wetter her relativ gut, zwar sehr trocken aber es hat zum Glück in der Nacht nicht geregnet, somit sollte auf der Fährte Schweiss noch sichtbar vorhanden sein. In der Zeit, als die beiden anderen Hundeführer ihre 500m Fährte absolvierten und ich beim Auto warten musste, erschienen auf unserem Hubertus Bern Schweisshunde WhatsApp regelmässig Fotos mit glücklichen Hundeführern und Hunden mit einem Tannenzweig am Halsband.

Meine Nervosität stieg wieder ein bisschen, hoffentlich merkt mein Hund Chief nichts davon! Auch die beiden Hundeführer aus meiner Gruppe fanden bis zum Stück, dies scheinen erfolgversprechende Bedingungen zu sein heute, redete ich mir ein. Bevor ich starten durfte, wollten die beiden Richter natürlich noch ihr Znüni essen, ich hatte leider immer noch keinen grossen Appetit. Endlich durfte ich mich dann an die Arbeit machen, Chief war wie fast immer voll motiviert. Der Richter zeigte mir den Anschuss, wo ich Schweiss und Schnitthaare vorfand und die Fluchtrichtung. Ich setzte Chief am Anschuss an, die ersten 20 Meter war er eher am Pendeln, weshalb ich mir schon überlegte, ihn nochmals frisch Anzusetzen. Doch nach gut 20 Meter ging er plötzlich wie an der Schnur. Auf den ersten 100 Metern fand ich auch immer wieder Schweisstropfen, die Bestätigung, dass ich auf der Fährte bin. Nach ca. 150 Meter kam auch schon der erste Winkel links hoch über eine Forststrasse. Nach nochmals gut 150 Metern zeigte mir Chief sehr schön das erste Wundbett an. Kurz loben, etwas Wasser geben und weiter geht‘s. Der Boden war hier sehr trocken und voller Laub, Schweiss fand ich keinen, um mich vergewissern zu können, also musste ich mich voll auf Chief verlassen. Die beiden Richter und der Revierführer folgten mir immer noch, also musste ich immer noch auf der Fährte sein. Nach einer gewissen Strecke zog Chief rechts den Hang runter, also folgte ich ihm weiter. Als es dann eine kurze Strecke durch Brennnesseln und Dornen ging, fand ich wieder etwas Schweiss und die „Autobahn“ verriet mir, dass jemand dort vorher durchgelaufen ist, also musste ich immer noch auf der Fährte sein. Weiter dem Hund folgend zog er wieder in einem leichten Bogen nach rechts weiter den Hang runter, muss wohl der dritte Winkel sein, sagte ich mir, die Richter und der Revierführer dicht auf den Fersen. Plötzlich zog Chief mit hoher Nase nach links, dieses Verhalten kenne ich doch, muss wohl eine Verleitfährte sein, relativ frisch! Mit dem Befehl „zur Fährte“ nahm Chief den richtigen Fährtenverlauf wieder auf. Dem erhofften Ende nahe fing er wieder an mit hoher Nase zu suchen, aber diesmal war es den am Fährtenende liegenden Rehbock, welcher Chief in die Nase bekam, dachte ich mir. Nach einer gefühlten Stunde kam ich nach 30 Minuten ohne Abruf zum Stück, meine Freude war riesig! Wie immer bekam Chief beim Stück sein Napf mit Nassfutter als Belohnung, welches er so sehr liebt. Die Bockträgerin erzählte mir danach noch, dass kurz bevor wir beim Stück ankamen, zwei Rehe von uns oben her kommend über die Strasse sprangen.

Danach ging es zum „Suchenlokal“ im Laupenwald, dort warteten schon einige strahlende Gesichter, leider auch einige, die es diesmal nicht geschafft haben. Nach dem feinen Mittagsessen fand um ca. 14.00 Uhr noch das Absenden statt. Für den Hubertus Bern war es grösstenteils ein erfolgreicher Tag. Von den 11 Gespannen haben 9 bestanden.

Marc Walther